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Hikkaduwa ohne iPhone

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Wir waren beide bereits in Südostasien gewesen. Damals, mit Ex-Partnern. Es hat uns sehr gefallen und wir würden gern zusammen wieder hin, aber mit einer neuen Liebe an die gleichen Orte zu fahren, an denen man mit der alten glücklich war, scheint irgendwie nicht angemessen. Zumindest nicht, wenn alles noch so frisch ist. Also ist für unsere erste große Reise wohl ein komplett unbefleckter Ort der beste. Oder nicht? Wie wäre es denn mit Sri Lanka? Bis 2009 vom Bürgerkrieg zerrüttet ist Frieden eingekehrt in der tränenförmigen Insel südlich von Indien. Indien… mein Traum seit immer, nur geschafft habe ich es bisher nicht dorthin. Aber das ist ein anderes Thema. Sri Lanka soll immerhin ähnlich sein. Ein sanfter Einstieg nach Indien sozusagen. Dazu authentischer und nicht so überlaufen wie manch anderes Land in der Region. Unsere Entscheidung steht fest: Wir wollen nach Sri Lanka und buchen Flüge mit Emirates über Dubai nach Colombo, Sri Lankas Hauptstadt. Wir haben drei Wochen Zeit. Geplant ist nur der erste Stopp in Hikkaduwa und danach werden wir sehen.

Todmüde kommen wir in Colombo an, es ist heiß, voll, laut – wir sind in Südostasien! Tausende Fahrer wollen uns ihre Dienste anbieten, aber wir hatten uns vorgenommen, mit dem Bus fahren. Was sich als kompliziert herausstellt. Mit dem Flughafenbus zum Busbahnhof, dann nach Colombo, von dort weiter. Puh, echt? Zaghaft fragen wir einen Taxiahrer nach Preisen und beschließen, dass wir zu kaputt sind für die Busstrapazen nach den Flugstrapazen, und ja schließlich im Urlaub sind, und überhaupt – ‚Einmal nach Hikkaduwa, bitte’. Immer wieder nicken wir auf der Fahrt ein und nehmen kaum etwas wahr von der tropischen Welt die draußen an uns vorbeizieht. Ach, schon da? Wir taumeln aus dem Auto, zahlen den Fahrer, der auch schon weg ist. Noch von daheim aus hatten wir ein Hotel in Hikkaduwa gebucht. Was nicht nötig gewesen wäre, da wie jetzt, in der Nebensaison, kaum etwas los ist. Oben im Zimmer ist der Schreck riesig: Der Mann hat sein iPhone im Auto vergessen. Der Fahrer ist über alle Berge. Wir versuchen, das iPhone zu orten, auch die nächsten Tage immer wieder. Einmal taucht es mitten in Colombo kurz auf um dann für immer zu verschwinden. Jetzt tröstet nur der Gedanke, dass hoffentlich eine arme Großfamilie es für viele Rupien vertickt hat und etwas glücklicher wird. Das fängt ja gut an… Nach einem kurzen Nickerchen gehen wir an den Strand und unsere Laune bessert sich. Weiter Sandstrand, Palmen, kaum jemand da. Wir sind wohl doch im Paradies gelandet. Leider ohne iPhone. Auf das singhalesische Essen waren wir besonders neugierig und werden nicht enttäuscht. Mit Curry im Bauch und dem Rauschen der Wellen in den Ohren geht der erste Tag vorbei.

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Am Morgen erwartet uns, nachdem ich dem Meer hallo gesagt habe, Frühstück. Danach spazieren wir am Strand entlang. Etwas weiter westlich sind ein paar hässliche Hotelkomplexe voller Inklusivreisender, aber mit ihnen entdecken wir riesige Wasserschildkröten und essen danach unser erstes Roti. Am späten Nachmittag wollen wir noch die Lagune sehen und lassen uns von einem Singhalesen überreden, mit ihm in seinem Einbaum zu fahren. Als die Sonne beginnt unterzugehen und den Himmel rot und golden färbt kommen aus allen Himmelsrichtungen weiße Kraniche an ihre Schlafplätze in den Bäumen rund um die Lagune. Magisch.

Hikkaduwa ist nett, aber laut Lonely Planet und anderer Reisender hat Sri Lanka noch viel mehr zu bieten. Also soll es bald weitergehen, zunächst an der Küste entlang Richtung Osten.

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