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Tartar & Savoir Vivre

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Am nächsten Tag in Südfrankreich steigen wir wieder ins Auto und fahren noch ein bisschen weiter an der Küste entlang von Saint-Tropez nach Ramatuelle. Das hübsche Städtchen liegt oben auf einem Hügel und schaut gemütlich über Weinberge, Wälder und das Meer. Wir finden ein verschlafenes Café und machen erstmal Pause. So langsam beginne ich zu verstehen, warum alle so verrückt nach Südfrankreich sind. Savoir vivre haben sie einfach drauf hier und das färbt nach ein paar Tagen gleich ab auf uns gestresste Großstädter. Deswegen beschließen wir, direkt vom Frühstück zum Mittagessen überzugehen und bestellen uns in einem der Restaurants auf der Rue Victor Léon Tartar und Oktopus. Tartar habe ich als ehemalige Vegetarierin nie vorher probiert und würde am Liebsten gleich ein zweites bestellen. Eine solche Idee muss natürlich aus Frankreich kommen. Ich bin hin und weg.

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So, zunächst haben wir genug gegessen. Voll von Tartar und Neugierde geht es weiter zu unserem nächsten Hotel: Dem La Réserve Ramatuelle. Die Bilder sind vielversprechend, aber kann das Original mithalten? Um es vorweg zu nehmen: es kann. Und wie. Der Eingang an der Straße wirkt eher als bringe er uns zu einer Privatvilla als zu einem Hotel. Einzig eine kleine, messingfarbene, perfekt polierte Palette sagt uns, dass wir richtig sind. Wir klingeln, das Tor geht auf und wir fahren eine Auffahrt entlang, von sorgfältig gestutzten Bäumen gesäumt, bis wir das Gebäude von Jean-Michel Wilmotte mit seinem klaren Design sehen. Jemand kommt und parkt für uns – merci bien – und wir checken ein. ‘Bienvenue’ und ‘Please sign here’ – ah ja – ich bemühe mich, höflich Smalltalk zu halten, aber der Blick von der Lobby auf das Mittelmeer, auf dem die Mittgagssonne glitzert, lenkt mich ab. Wir werden auf unser Zimmer gebracht, pardonnez-moi, unsere Suite. Understated, elegant, perfekt. Das Wohnzimmer geht auf eine riesige Terasse mit Blick aufs Meer hinaus, es gibt eine Riesenbadewanne und sowieso alles was das Herz begehrt. In einem Kühler steht eine Flasche Rosé vom nahegelegenen Weingut Minuty mit zwei Gläsern. Das wahrscheinlich schönste Hotel in dem ich je war. À la santé.

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MACHEN

La Réserve Ramatuelle – Understated, elegant, perfekt. Eher teuer. Dafür mit der Chance, einen Blick auf Karl Lagerfeld höchstpersönlich zu erwischen, der auf dem Gelände eine Villa besitzt.

Ramatuelle – Süßes Städtchen hoch oben auf dem Hügel. Esst Tartar und genießt die Aussicht. Savoir vivre par excellence.

Minuty S.A. – Weingut, bekannt für Roséwein. Unbedingt ein Paar Flaschen mitnehmen. Wenn das Fernweh zu groß wird, bekommt man den Wein auch im Berliner Soho House.

Fotos: Johannes Schwark

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